Molkereigenossenschaft

1887 wurde die Genossenschaft gegründet und mit dem Bau der Käsküche begonnen. Im Juni 1888 konnte mit der Verarbeitung der Milch begonnen werden.

Bis 1958 wurde selbst Käse und Butter produziert (u. a. wurde der Romadurkäse hergestellt). 40 Jahre war Mathias Simnacher für die Käserei zuständig. Ab 1958 wurde die Milch abgeholt, die Käsküche war nur noch Sammelstelle. Bis 1972 war die "Allgäuer Alpenmilch" der Abnehmer, dann wurde die Milch ans Schongauer Butterwerk geliefert.

1988 feierte die Molkereigenossenschaft ihren 100. Geburtstag mit einer Rückschau auf eine lange Milch-Tradition. Anton Echtler, Vorstandsvorsitzender des Schongauer Butterwerkes hielt das Grußwort. Dies war auch Anlass, um drei ehemalige Vorstände zu ehren (Martin Endraß, Josef Preisinger und Martin Geisenberger). Martin Geisenberger wurde mit der silbernen Ehrennadel des Raiffeisen-Verbandes ausgezeichnet.

Im Mai 1989 war die Käsküchenära zu Ende. Nach über 100 Jahren bedeutete das Aus für die Sammelstellen einen wichtigen Einschnitt für die Landwirte. Jeder benötigte eine Kühlanlage. Dafür zahlte der Abnehmer (Hochland) einen Kühlpfennig. Hans Geisenberger, Vorstand der Molkereigenossenschaft erwähnte,  dass die Umstellung für die Bauern auch Vorteile hatte, man war zeitlich nicht mehr so abhängig.  Doch dem Vorteil dieser Unabhängigkeit und der günstigeren Kosten für die Milchverarbeiter stand bei der Abholung direkt vom Hof der Verlust eines dörflichen Mittelpunktes gegenüber.

Die Käsküche wurde von der Genossenschaft verkauft.

 
Käsküche
Milchmesserin Frau Gnahs an der Milchwaage
Letzte Milchablieferung an der Käsküche, April 1989