Kunstmühle Keller (nicht mehr in Betrieb), jetzt Hebammenpraxis
 

Keller-Mühle

In der Kaufbeurerstraße 8 (frühere Haus-Nr. 39) befindet sich die Mahlmühle von Wilhelm Keller. Die Geschichte des Anwesens reicht nach der Dorfchronik bis ins Jahr 1517 zurück. Neben der Mahlmühle war früher auch noch eine Sägmühle gestanden. Beide wurden beim Dorfbrand im Jahre 1823 vernichtet. Eigentümer war damals Andreas Meßmer. Nach dem Dorfbrand wurden Mahl- und Sägmühle wieder aufgebaut.

Im Jahre 1905 hat Wilhelm Keller von Altenstadt  das Anwesen erworben. Die Sägmühle wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgegeben.

Im Jahre 1933 hat der Sohn Georg die Mühle übernommen. Anschließend war  dessen Sohn Wilhelm Eigentümer der Mühle. Der Müller fuhr bis zum Jahr 2000 noch "ins Gäu", d. h. er verkaufte sein Mehl an die Bäcker und an die Haushalte in der Umgebung. Dazu wurde früher ein Pferdefuhrwerk benutzt, später erfolgte der Transport mit einem Lastkraftwagen. Wilhelm Keller war nicht nur als Müller sehr bekannt, sondern besonders  als Dirigent der sehr erfolgreichen Singgemeinschaft Schwabsoien.

Bis 1954 hat ein Wasserrad den zum Betrieb der Keller-Mühle benötigten Strom erzeugt. Anschließend lieferte eine Patent-Michell-Ossberger-Turbine den Strom. Es handelte sich um eine radial- und teilbeaufschlagte Freistrahlturbine, bei welcher der Wasserstrahl den Radschaufelkranz zunächst von außen nach innen durchströmte, um denselben nach Durchquerung des freien Radinnern ein zweites Mal von innen nach außen zu beaufschlagen.

Bei der Keller-Mühle war sie als Saugturbine mit horizontaler Welle und 1:2 unterteilten Zellen zur Nutzung für Wassermengen von 320 bis 107 l/s ausgeführt. Das Nutzgefälle betrug 4,30 m.

Die Leistung bei verschiedenen Beaufschlagungen beträgt:

voll      - 14.6 PS

halb     -  7,3 PS

viertel   - 3,6 PS

sechstel - 2,4 PS

Drehzahl: 250 U/min

Die Kellermühle wurde zur Hebammenpraxis umgebaut.